Feierabend und keine Ahnung, was du mit deiner freien Zeit anfangen sollst? Keine Bange, nicht umsonst heißt unsere Rubrik bei Style League “5 to 9″. Hier zeigen wir dir, wie du dir deine freie Zeit stilvoll um die Ohren schlägst. Und was wäre stilvoller, als sich den Stress der Arbeit mit einem Cocktail von den Schultern zu schütteln?
Über den Martini-Cocktail wird an vielen Stellen philosophiert. Um seine Entstehung ranken sich viele Legenden und eine kurze Erwähnung von 007 darf natürlich auch nicht fehlen (Shit, jetzt sind wir selbst in die Falle getappt…).
Obwohl jeder eine Geschichte zu dem Getränk kennt, wissen die Wenigsten hierzulande, wie man einen ordentlichen trockenen Martini mischt. Das Getränk hat seinen Ursprung in den USA - dort serviert man sogar in der schäbigsten Hotelbar einen ordentlichen Mix. In Europa bekommt man selbst in gehobenen Lobbies tatsächlich nicht selten ein “Extra Dry” von der Marke “Martini” mit -pfui! - Eiswürfeln.
Das ist zwar auch Wermut, hat aber wenig mit dem klassichen trockenen Martini-Cocktail zu tun. Wir sind doch keine Ommas, die den Nachmittag mit einem Likör und Bridge verbummeln. Ein ordentlicher trockener Martini besteht aus nichts anderem als Wermut und Gin oder Wodka.
Einen Dry Martini mische man im Verhältnis 6:1 oder 5:1 Vodka oder Gin zu Wermut, heißt es oft. Quatsch, das ist ein Mädchen-Martini. Je trockener, desto weniger Wermut und desto mehr Hartes (oft wird das Gegenteil behauptet, weil es ja “Dry Vermouth” hieße).
Mit Stil soll er gemischt und getrunken werden, was aber heute nicht mehr heißen muss, dass man ein komplettes Cocktail-Set zum Mischen braucht, es geht ja auch keiner mehr im Smoking in die Oper. Ein einfaches, schmales, hohes Gefäß aus Glas zum Mischen und ein Löffel reichen aus, nur an den Zutaten darf nicht gespart werden. Der einzige zulässige Wermut ist der französische Noilly Prat, der Wodka oder Gin ist Geschmackssache. In der Redaktion bevorzugen wir Vodka - russischen Stolichnaya.
Man gibt reichlich Eis in den Behälter, in dem man den Martini mischen will. Das Eis wird mit etwas Wermut übergossen, kurz umgerührt, der Wermut wird wieder ausgeschüttet (den brauchen wir nicht mehr - siehe Mädchen-Martini). Nur das benetzte Eis bleibt im Behälter.
Zugleich folgt der Vodka, den man mit dem Eis - und das ist erprobt - 21 Sekunden im Walzertakt mit dem Löffel rührt. Die Menge sollte gerade für so viele Martinis reichen, wie man trinken will. Die nächste Runde wird frisch gerührt, warm schmeckt das Zeug nicht.
Dann wird der Vodka in die für den Cocktail typischen konischen Gläser geschüttet. Wer kein Cocktail-Sieb zur Hand hat, hält die Eiswürfel mit dem Löffel zurück. Das Eis hat nichts im Glas zu suchen.
Zum Finish gehört ein Spritzer aus einem kleinen Stückchen “Zest” - Zitronenschale. Und die Garnierung? “Lemon Twist” oder Olive. Entweder man schneidet ein weiteres Stück Zitronenschale ab und gibt es in das Glas oder man spießt eine Olive auf (auch hier auf Qualiät achten, grüne, niemals schwarze verwenden).
Zu unserem Lieblings-Stoli passt sehr gut die Oliven-Variante. Isst man die vorher oder nachher? Vorher, denn es ist ungesund, auf leeren Magen zu trinken. Cin Cin.
Übrigens:
Ein Martini ganz ohne Wermuth heißt Perfect Martini.
Wer seinen Martini mit Oliven und einem Schuss dazugehöriger Lake möchte, bestellt einen Dirty Martini.
Und wer sich fragt, ob geschüttelt oder gerührt, dem sei empfohlen, sich noch einmal Casino Royal anzuschauen…







Back to Top