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Großmütter leben gefährlich. Immer wenn die Hausarbeiten ihrer Enkel in der Uni fällig werden, sind sie urplötzlich schwer erkrankt oder schlimmstenfalls schon verschieden. So stellt sich zumindest die Sicht aus Perspektive der Uni-Professoren dar, die kurz vor jeder Deadline von mindestens einem Teilnehmer das Märchen von der kranken Großmama aufgetischt bekommen.

Doch Hilfe naht für alle Omas mit studierenden Nachkommen! Anstatt die werte Verwandschaft als Ausrede vorzuschieben, bietet die Abgabe per Email-Fach ganz neue Möglichkeiten sich einen Aufschub für die Seminararbeit zu ergaunern: Einfach den Dozenten eine kaputte Datei schicken. Bis die versucht haben, die Datei zu öffnen und den Studenten um eine weitere Kopie bitten, hat selbiger ausreichend Zeit die Arbeit fertig zu stellen.

Um das ganze nicht zu kompliziert zu machen, können Studenten, Projektmanager oder andere Termingeplagte auf corrupted-files.com für derzeit US$ 3,95 eine beschädigte Word-, PDF- oder Powerpoint-Datei herunterladen (via Crooked Timber). Schließlich hat man ja keine Zeit, sich selbst beschädigte Dateien zu basteln. Erst muss man ja noch den eigenen Facebook-Status auf den neuesten Stand bringen, bei Twitter vorbeischauen, und mindestens ein Flash-Game mit bunten Kugeln durchspielen.

Beruhigt zurücklehnen dürfen sich jetzt auch alle Hausarbeiten-fressende Hunde, auf-Unterlagen-pinkelnde Kleinkinder, in-den-Drucker-fallende Hamster und alle anderen Lieblingsobjekte fauler Ausreden. Erschreckt reagiert naturgemäß die Gegenseite. Im amerikanischen Magazin für Hochschuldidaktik Higher Ed wird gleich mal das Angebot von corrupted-files.com auf seine Ernshaftigkeit hin geprüft. Und tatsächlich, täglich sind drei bis vier Prokrastinierer bereit, für kaputte Dateien Geld zu bezahlen. Die meisten seiner Kunden studieren (und schummeln) laut Betreiber – den das ganze nicht wirklich überrascht – auf den feinsten Unis der USA.

Wer so kreativ die Dozenten hinters Licht führt, sieht sich nur zwei Problemen gegenüber: Der gesammelte Kurs entdeckt die Möglichkeit, was die Glaubwürdigkeit des Täuschungsversuchs deutlich mindert, oder der Dozent liest den frisch aktualisierten Facebook-Status: “Hab mir gerade Zeit gekauft bei Corrupted-Files.com. Danke Internet!”

Aber dafür läßt sich bestimmt auch eine Ausrede erfinden. Vielleicht hat ja die Oma den Facebook-Account gehackt?