
Chips raus, Bier kaltgestellt, Pizzamann herbeigeordert: Einen DVD-Marathon organisieren ist nicht schwer. Nach drei Filmen ist dann aber spätestens Schluss, das Bier macht schläfrig, die Pizza will verdaut werden, die Chips schmecken pappig, der Kopf dröhnt.
Hier fängt der Spaß für die Teilnehmer an den Movie Watching World Championships erst an. 2008 organisierte der amerikanische Online-Film-Verleih Netflix die erste Weltmeisterschaft im Filme schauen. Acht Teilnehmer versuchten fünf Tage wach zu bleiben, um den bisherigen Rekord mit mindesten 57 nacheinander geschauten Filmen zu schlagen.
Um das ganze dokumentarisch zu begleiten, bat Netflix den Vice-Magazin-Mitbegründer Gavin McInnes den Rekordversuch auf Film zu bannen. Dabei herausgekommen ist die semi-professionelle Dokumentation “A Million in the Morning“, frei nach der Antwort auf die Frage: “Wie viel Uhr ist es eigentlich?”
McInnes und sein Team entschlossen sich, einfach mit den cineastischen Athleten fünf Tage wach zu bleiben. Das Ergebnis: Die Effekte von Schlafentzug wirken sich auf das menschliche Bewusstsein laut McInnes wie “natürliches LSD” aus.
Da Netflix mit dieser Herangehensweise an das Thema nicht einverstanden gewesen ist, durften die Filmemacher das Logo der Firma nicht verwenden, und geben den Film jetzt in Eigenregie heraus.
Warum kann Netflix “A Million in the Morning” nicht unterstützen? Im Laufe des Films freundet sich McInnes mit Gangs an, beschädigt fremdes Eigentum, ist die Hälfte der Zeit auf Drogen und betrunken, und schreit und brüllt die meiste Zeit wie ein Irrer umher. Was halt so passiert, wenn man fünf Tage nicht schläft.
Eine deutsche Teilnehmerin ist übrigens auch im Feld, und der ganze Spaß endet tatsächlich erst nach 123 Stunden und zehn Minuten (der Wettbewerb, nicht die Doku). Den Film gibt es hier für 15$ versandkostenfrei. Und schon ist der nächste DVD-Marathon gerettet.
Und hier ist der Trailer:












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