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Jeden neuen Hype einfach bedingungslos mitmachen? Mit einem derart blinden Vertrauen in die öffentliche Meinung wäre gleichzeitig ein haarsträubendes Ausmaß an Dummheit und Selbstverleugnung erreicht. Insofern darf ich wohl davon ausgehen, dass die meisten unter uns ein solches Verhalten guten Gewissens von sich weisen können. Ich würde mich durchaus auch zu dieser “bewussteren” Hälfte der Bevölkerung zählen.

Jedoch geht damit auch ein erheblicher Nachteil einher, dessen mitunter weitreichende Folgen ich mir erst vor ein paar Wochen einmal mehr drastisch vor Augen führen musste. Denn eine weitere Charakteristik der ach so selbstbestimmten ich-bild-mir-meine-Meinung-Bürger sind ein gewisses Maß an Ignoranz und Voreingenommenheit: Sind wir einer Sache nämlich erst einmal so richtig skeptisch gegenüber eingestellt, manifestieren sich schon bald Vorurteile, die wir allein aus Zeitgründen mitunter nicht dem finalen Reality-check unterziehen.

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Allein der Gedanke daran, dass ich über zehn Jahre lang in dem aberwitzigen Glauben gelebt habe, Alan Balls HBO-Serie “Six Feet Under” sei maßlos überbewertetes TV-Blabla, ist mir in den letzten Wochen mit jeder weiteren Staffel unerträglicher geworden. Klar darf man sich täuschen. Doch unabhängig davon, wie viel Zeit auch seit der Initialbewertung eines Themas vergangen sein mag, sollte man doch genug Arsch in der Hose haben, einen Fall neu aufzurollen und sich eines besseren belehren zu lassen. Vielleicht wär’s hier und da doch besser, einfach der Meinung einer großen Masse etwas Vertrauen zu schenken…