Eine Weltmetropole, die wie keine andere Stadt die Imagination der Filmschaffenden antreibt, elf talentierte Regisseure und Regisseurinnen und eine Idee. Elf Kurzfilme über die Liebe in New York, für New York, trotz New York; keiner länger als acht Minuten, mit jeweils nur zwei Tagen Drehzeit. Das ist “New York, I Love You”, der Nachfolgefilm von “Paris, je t’aime”, in dem die Idee, einer Stadt der Liebe cineastisch zu begegen, das erste Mal aufgegriffen wurde.
Nur, welcher Teil von New York ist noch nicht filmisch aufgearbeitet worden? Diese Stadt dient als Projektionsfläche einer globalisierten Unterhaltungskultur, die New York als Handlungsort überstrapaziert hat – so sehr, dass New York selbst zu einem Filmklischee geworden ist.
“New York, I Love You” setzt auf die Fähigkeit der beteiligten Regisseure und Autoren, in kurzen Episoden das Herz der Stadt und seiner Bewohner herauszuarbeiten, und so das Klischee seiner selbst zu entledigen. In “Paris, je t’aime” ist dieses Konzept wundervoll aufgegangen, jede Kurzgeschichte war einem anderen Arrondissement der Stadt gewidmet, die mal mehr, und in wenigen Fällen eben weniger überzeugten. Insgesamt ergab sich ein spannender Film, der immer wieder neu herausforderte.
Beim Nachfolger möchte man mit James Murphy konstatieren: “New York, I love you, but you’re bringing me down”. Diesmal sind die Episoden nicht isoliert erzählt, sondern werden durch eine konstruierte Rahmenhandlung zusammengeführt. Jeder Regisseur muss sich der ästhetischen Vorgabe anpassen, der Film wird breiig und fad. Was schade ist, sticht doch das Talent einiger Erzähler heraus, leider zu weniger.
Wunderbar ist die Geschichte über eine Madame aus Paris, die in einem in der Zeit versunkenen New Yorker Hotel nächtigt, und dort von einem Pagen begrüßt wird, der so traurig wie liebevoll zu sein scheint. Oder die Episode über das alte jüdische Ehepaar, das in liebevollem Streit vereint den alljährlichen Hochzeitag in Coney Island begeht. Auch Fatih Akin überzeugt mit seiner Erzählung von einem Maler und seinem asiatischen Modell, das sich erst zu spät zu einem Porträttermin bereit findet. Genauso Natalie Portman, die einem schwarzer Vater und seiner Tochter in den Central Park folgt.
Die meisten anderen Geschichten handeln von jungen bis nicht mehr ganz so jungen, weißen Mittelklasse New Yorkern. Und das ist – pardon – reichlich langweilig. Ihre Geschichten sind nicht clever genug, oder zu clever, was einem dann ganz und gar nicht smart unter die Nase gerieben wird. Dazu kommt das Scheitern der Bilder: Zu viele Bar-Szenen, in denen viel draussen vor der Tür geraucht wird, reihen sich aneinander. Zu viele annonyme Menschen hängen teilnahmslos am Handy, den Starbucks-Latte in der Hand, und schieben sich aneinander vorbei auf der Strasse.
Hat man ein Herz für New York, dann ändert dieser Film daran nichts. Ist man der Stadt noch nicht verfallen, bleibt man auch nach “New York, I Love You” weiter ungerührt vom Big Apple. Dabei macht es einem die Stadt an sich leicht, sein Herz an sie zu verlieren. Leider ist nicht viel von ihrem Charme zu spüren, “New York, I Love You” ist kein “New York moment“.
“New York, I Love You” läuft in Deutschland ab dem 28. Januar 2010 im Kino.














07.11.2009by Elisa
Besser hätte ichs nicht sagen können!