opel_admiral_v_sst2

Man kennt ihn als Schlachtschiff der 60er und 70er Jahre. Doch die Geschichte des Opel Admiral führt in die Zeit kurz vor den 2. Weltkrieg zurück, als Opel mit einer Flotte aus Opel Kapitän und Admiral kurz für Furore sorgte. Für 6.500 Reichsmark konnte man den Opel Admiral bis Ende 1940 kaufen. Damit war er die direkte Alternative zu Horch oder Maybach – und Opel wurde kurze Zeit zum größten und fortschrittlichsten Automobilhersteller Deutschlands. Dieses Glück war nur von kurzer Dauer. Ende 1940 stellte Opel auf Kriegsindustrie um.

Erst 1964 feierte der Admiral seine Wiedergeburt: Wie die geradlinig-elegante Karosserie der Oberklassemodelle Kapitän oder Diplomat verbirgt auch der Admiral seine Großbürgerlichkeit nicht. Staatswagen wie ein Mercedes 300 allerdings wurde er nie. Doch bei einem der Kernwerte von Daimler-Benz, Sicherheit, kann auch der Admiral für sich verbuchen. Denn neben Knautschzonen, der stabilen Fahrgastzelle und dem großzügig verkleideten Innenraum glänzte der Wagen auch schon mit Sicherheitslenksäule und Zweikreis-Bremsanlage mit Scheibenbremsen und Bremskraftverstärker.

Zudem hat er die De-Dion-Achse. Dadurch ist bei leicht ansprechender Federung eine optimale Radführung gewährleistet. Der Admiral ist zudem eine der ersten Modelle in Deutschland, bei denen Karosserieteile verzinkt werden und das Servolenkung hat.

Doch wozu das alles? Der beachtliche Aufwand, mit dem sich Opel in den Markt von Mercedes eindringen will, scheitert erwartungsgemäß. Die Karosserie ist für den deutschen Geschmack zu glattflächig und wuchtig – mit unübersehbaren amerikanischen Einflüssen, die beim deutschen Käuferkreis nicht mehr den gewünschten Anklang finden. 1977 läuft die Serie aus und wird durch den Opel Senator abgelöst. Der Grund natürlich: die geringen Verkaufszahlen.

Der Admiral als Youngtimer ist aber gesucht. Der Wagen wurde schnell an Dritt- oder Viertkäufer veräußert. Auch die Ersatzteil-Situation ist bei dem Admiral schwierig. Unterhalt und Reparaturen sind gerade in den letzten Jahren deutlich teurer geworden. Und damit schlägt Opel dann auch endlich Mercedes: Gute, restaurierte und gepflegte Exemplare des Admirals werden deutlich teurer gehandelt als die Konkurrenz aus Stuttgart.