In seiner Arbeit dokumentiert Fotograf Miron Zownir bevorzugt das Abseitige und Abgewandte. Seine Schwarz-Weiß-Bilder rücken gern verdrängte Rand-Phänomene in den Mittelpunkt der Aufmerksamkeit. So tauchen in seinem neuen Buch “The Valley of the Shadow” Bettler, religiöse Extremisten, Junkies und andere Vertreter der sozialen Schattenseite auf.

Zownirs Arbeit unterscheidet sich jedoch von klassischen Milieu-Studien durch eine Erweiterung des Fokus: Die Exzesshaftigkeit der menschlichen Existenz und die Sensation des Tabubruchs stehen bei ihm genauso sehr im Zentrum der Betrachtung. Daher rührt auch die Verschlagwortung von Zownirs künstlerischem Ansatz  als “Radical Eye”.

In seinem neuen Buch hat der Ukrainisch-Deutsche Fotograf nach diesen Extremen im langen Schatten der Metropolen Berlin und New York gesucht, unter den Berliner Motiven ist zum Beispiel das verlassene Spreepark-Gelände und der Wein-vergießende Schauspieler Ben Becker. Auch in der wilden Landschaft des post-kommunistischen Ost-Europas hat sich Zownir auf die fotografische Lauer gelegt.

Das Ergebnis ist ein teils furchteinflössender Fotoband, der seine Subjekte aber mit der ihnen eigenen Würde in ausdrucksstarkem Schwarz-Weiß darstellt. Zownir ist nichts für Zartbesaitete, alle anderen dürfen bewegende, eingehende Fotografie erwarten.

“The Valley of the Shadow” von Miron Zownir erscheint im Oktober 2010 im Gestalten Verlag und kostet 39,90€.