Tellman Knudson

Einmal quer durch die USA zu laufen ist jetzt erstmal keine absolute Sensation. Darum hat Tellman Knudson noch einen draufgelegt: er wird die Strecke barfuß zurücklegen! Und ein bisschen crazy muss seine Aktion schon sein, denn sonst würde ihm die nötige Aufmerksamkeit für die 100 Millionen Dollar fehlen, die er damit verdienen will. Aber ist die Idee überhaupt so verrückt? Und überhaupt: jetzt mal ganz von vorn. Thema: Laufen.

Die Grundausstattung eines Läufers sieht ja heute ungefähr so aus: atmungsaktive Funktionskleidung, iPod, Pulsuhr mit drahtlosem Messgurt und an den Laufstil angepasstes Schuhwerk. Schon ein Widerspruch, denn Laufen ist ja an sich der simpelste Sport überhaupt. Man sollte bloß die Tür aufmachen und loslaufen, so lange bis man eben nicht mehr kann.

Und im Prinzip spricht auch wenig dagegen es mit dem Laufen genau so zu halten. Die Designer der italienischen Firma Vibram haben sich nun Folgendes gedacht: Da der menschliche Fuß sich evolutionär zum Laufgerät entwickelt hat, warum sollte da ein Hightech-Laufschuh eine Verbesserung sein?

Die Theorie dahinter besagt, dass wir mit dem Zentrum des Fußes landen sollten, wobei uns die Wölbung unter der Sohle wieder nach vorne Federt. Die Laufschuhindustrie aber beliefert uns seit den 70ern (seit es also Laufschuhe gibt) mit an den Fersen gepolsterten Schuhen, welche uns erlauben mit der Ferse zuerst zu landen. Das würde uns normalerweise Schmerzen bereiten. Im Prinzip kann also gar kein Mensch so laufen, wie wir das alle in der Turnhalle gelernt haben. Barfuß laufen geht aber auch nicht so gut, denn es gibt scharfe Kanten, Scherben und Hundehaufen auf dieser Welt.

Die Lösung von Vibram heisst FiveFingers.

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Tellman benutzt diesen Schuh für sein Training. Seinen Lauf will er aber wirklich Barfuß absolvieren. Startschuss ist am Mittwoch, den 09.09.2009 um 9Uhr. Viel verrückter als sein Plan die USA Barfuß zu durchqueren scheint ja da sein Plan 100 Millionen Dollar an Spenden dafür einzutreiben. Die sind übrigens für einen guten Zweck bestimmt: zusammen mit Sir Richard Bransons Virgin Unite Stiftung will er mit dem Geld obdachlosen Teenagern helfen. Ob er das schafft? Wir werden sehen. Auf seinem Blog RunTellmanRun gibt’s aktuelle Infos.

Übrigens reagiert die etablierte Laufschuhindustrie inzwischen auch auf die wachsende Zahl der Schuhpuristen. Ein Beispiel wäre da der Nike Free:

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Jedenfalls darf man gespannt sein in welche Richtung sich die Sache entwickelt. Eins ist klar - Barfußlaufen ist mehr als eine fixe Idee langstreckenlaufender Hippies. Das zeigen allein schon die Verkaufszahlen der Vibram FiveFingers und des Buches Born to Run von Christopher McDougall.

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Happy Running!