Photo by Jörg Lipskoch

Die Transmediale in Berlin ist vorbei, die Award-Gewinner stehen fest, die Ausstellung hat ihre Zelte abgebrochen. Was bleibt?

Die meiste Aufmerksamkeit dürfte wohl das F.A.T.-Lab generiert haben, auch wenn deren Aktionen wenig zielführend erschienen. Am Samstag behaupteten die Performance-Künstler, deren Auftritt auf der Transmediale unter dem Banner „Fuck Google” lief, ein Auto von Google Street View mit einem GPS-Sender versehen zu haben, das zufällig vor dem Haus der Kulturen der Welt geparkt haben soll.

Das verbreitete sich schnell im Netz, der Sensation konnten sich unter anderem Boing Boing, USA Today, der Guardian und auch der Kölner Stadtanzeiger nicht verwehren. In den nächsten Tagen folgten dann Videos, in denen aufgebrachte Bürger ihre Hosen vor dem Google Auto fallen liessen, was das ganze immer unglaubwürdiger machte.

Alles Quatsch natürlich. Man kann festhalten: Das Internet teilt mit den Medienmachern die Liebe zu einer guten Google-Bashing-Story. Da wird nichts mehr hinterfragt, solange es gutes Bild-Material hat.

Darunter gingen die anderen Exponate etwas unter. Beeindruckend war Ryoji Ikedas Data.tron. Die Arbeit visualisierte auf einer raumlangen Leinwand die komplexen Datenmassen, die uns heutzutage beständig umgeben. Aus den zusammenhangslosen Bits schuf Ikeda mittels eines aufwändigen Algorithmus die Sinfonie einer binären Welt, in deren Strukturen man sich verlieren konnte.

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Spaßig kamen dagegen die Paparazzibots daher, die den alltäglichen Wahn nach neuen Bildern von Bekannten wie Unbekannten hinterfragen. Die Roboter folgten selbstständig den Besuchern, lichteten sie ab und veröffentlichten die so entstandenen Fotos im Internet.

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Dem ein oder anderen Spaziergänger dürfte die Laserprojektion, die ein farbiges Band zwischen Fernsehturm und Transmediale spannte, aufgefallen sein. Der Laser-Regenbogen stammt von der amerikanischen Künstlerin Yvette Mattern, die damit die Pluralität moderner Gesellschaften beschreibt.

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Das war visuell und intellektuell alles beeindruckend, hilft aber nichts, wenn auf der anderen Seite des Gebäudes gerade jemand einen Google-Hoax zündet. Immerhin dürfte die Ausstellung im Verbund mit der flankierenden Konferenz einen bleibenderen Eindruck hinterlassen haben, als das kurze Medien-Feuerwerk aus dem F.A.T.-Lab. Bis zum nächsten Jahr, Transmediale!