© 2010 by tigertext.com

Wer kennt das nicht: Die Polizei steht vor der Tür, hektisch werden alle kompromittierenden Akten durch den Schredder gejagt und belastende Fotos die Toilette runtergespült.

Die Luft ist rein – denkt man – und öffnet der Staatsgewalt, der Kommissar grinst einen an und sagt: “Sie können alles gestehen – wir haben ihre SMS-Nachrichten!”

Ok, dieses Gefühl kennen vermutlich (hoffentlich) nicht all zu viele Leser. Trotzdem sind SMS mit Nachleben kein unbekanntes Problem, der letzte Prominente, der sich durch seine digitalen Hinterlassenschaften angeschwärzt sah, war Tiger Woods.

Hätte er zu TigerText gegriffen, vielleicht wäre er immer noch der gefeierte Golfstar mit millionenschweren Werbeverträgen, statt des reuigen Sünders, den er heute verkörpert.

TigerText ist eine iPhone-Anwendung, mit der man SMS verschicken kann, die nach einem festgelegten Zeitraum gelöscht werden.

Dazu müssen Sender und Empfänger die Anwendung installiert haben. Die Daten bleiben auf den Servern von TigerText, nach der gewählten Verfallszeit werden die Nachrichten gelöscht, und der SMS-Text verwandelt sich in eine Spur aus kleinen Tiger-Pfoten.

Das findet wahrscheinlich sogar Tiger Woods süß, der dazu erfreut aufatmen dürfte, da die Anwendung nicht nach ihm benannt ist.

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Die SMS, bevor das Verfallsdatum abgelaufen ist…

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… und danach. Es bleiben: Tigerpfoten.

Die Anwendungsmöglichkeiten sind unzählig, und nicht immer sind finstere Motive ausschlaggebend für die Nutzung. Immerhin müssen die Netzbetreiber in Europa schon seit einiger Zeit der Richtlinie zur Vorratsdatenspeicherung genüge tun.

Anlass für Paranoia ist genug. Mit TigerText gewinnen die Nutzer wieder ein Stück Kontrolle über ihre Nachrichten zurück.

Der Dienst soll demnächst auch für Android- und Blackberry-Nutzer kommen. In der Testphase ist TigerText für die ersten 100 SMS kostenlos, danach kostet es $2,50 im Monat, seine Nachrichten mit Verfallsdatum zu versehen.

TigerText im Itunes-Store