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Einst war Myspace das neue Ding in der Medienwelt. 2005 zahlte Rupert Murdochs News Corp. Konzern 580 Mio. US$ für das ehemals größte soziale Netzwerk. vier Jahre später steht der Online-Dienst vor dem Umbruch, fast jeder dritte Job in den USA wird jetzt gestrichen.

420 Arbeitsplätze müssen bei Myspace USA wegfallen, erklärte der neue Chef Owen Van Natta an. Bis heute ist es Myspace nicht gelungen, das eigene Angebot in bare Münze zu verwandeln - hohen Server- und Betriebskosten stehen geringe Werbeeinahmen gegenüber, die durch einen Enbruch bei den Nutzerzahlen weiter schrumpfen.

2005 leitete die spektakuläre Übernahme durch News Corp. einen neuen Hype um Web2.0-Angebote ein, vier Jahre später könnten die Probleme bei Myspace die Schwierigkeiten des Web2.0-Geschäfts erneut exemplarisch aufzeigen. Die Netzwerke sind stetigem Innovationsdruck ausgesetzt. Neue Konkurrenten lauern an jeder Ecke, die kostbare Infrastruktur ist in kürzester Zeit veraltet. Alte Dienste sind schnell nicht mehr attraktiv.

Eine Grundannahme des Web2.0-Hypes war, dass der Wert des Netzwerks für die Nutzer steigt, je mehr neue Nutzer sich dort anmelden. Je mehr Menschen man über Myspace erreichen kann, umso wichtiger wird es als Kommunikationsmittel. Je mehr Accounts bei Myspace eröffnet werden, umso wertvoller ist der Dienst, so die Theorie. Dabei gibt es bloß zwei Probleme.
Zum einen funktioniert dieser Prozess auch in der Abwärtsbewegung. Je mehr Nutzer Myspace verlassen oder ihre Accounts brach liegen lassen, umso schneller verliert das Netzwerk an Bedeutung.

Zum anderen birgt schnelles Wachstum auch Gefahren, die letzlich für die heutigen Probleme bei Myspace gesorgt haben: Spammer verstopfen Pinnwände und private Postfächer, Accounts werden geknackt und mißbraucht, unseriöse Angebote, wohin man klickt. Hier wirkt dann irgendwann das sprichwörtliche Yogi Berra Zitat: „Nobody goes there anymore. It’s too crowded.” Wenn jeder bei Myspace angemeldet ist, dann gleicht das Netzwerk der realen Welt, und deren Probleme muss man nicht noch mal virtuell duplizieren.

Dazu kommt bei Myspace die wenig elegante grafische Aufbereitung. Zuviele gepimpte Profile, zuwenig wirkliche Anwendungen ausser dem Angebot für Bands, ihre Songs über Myspace zu verbreiten. Schnell hatte Facebook das ehemals größte soziale Netzwerk der Welt überholt.

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Bleibt boß die Frage, ob sich die aktuellen Web2.0-Lieblinge diesen Tendenzen widersetzen können. Facebook wäre beinahe an dem Wust aus externen Applications gescheitert, Twitter wächst zwar noch, scheint aber von vielen neuen Nutzer gar nicht genutzt zu werden. Das nächste große Ding wartet schon.