Bereits als Monopol-Chefredakteur Holger Liebs im Video die aktuelle Ausgabe des “Magazins für Kunst und Leben” hochhält, ist sofort klar, worum es darin primär geht. Amerika. Und um die Auswirkungen der, wie er es nennt, epochalen Katastrophe der Terroranschläge des 11. Septembers 2001.
Die Ausgabe eröffnet wie immer mit MoMa-Kurator Klaus Biesenbachs Kolumne “Erdkunde”. Darin stellt er die Rockaways am New Yorker Atlantikstrand als “Last Frontier” der lokalen Kunstszene vor und sagt schon mal den Ansturm der Hipster voraus.
Es geht weiter mit einem Fotofestival in Hollywood, künstlerischem Engagement für Haiti, einem Foto des jungen, erst kürzlich verstorbenen Lucian Freud, einer Anzeige für die Steve Schapiro Ausstellung über Marlon Brando in “The Godfather” (Camera Work) sowie dem Umgang deutscher Museen mit den sozialen Netzwerken.
Mit Gerhard Richters bläulich schimmerndem Ölbildnis “September” von 2005 beginnt dann das Titelthema des Magazins. Es folgt eine Ausschnitt aus Hans-Peter Feldmanns Serie “9/12 frontpage” und ein Augenzeugenbericht des in New York lebenden Fotografen Robert Longo. Die anschließende Doppelseite füllt Ryan McGinleys verschwommenes Foto seines Freundes Sam, der mit als Mundschutz umfunktioniertem Hemd auf seinem Fahrrad durch Gestank und Staub kurz nach dem Einsturz des ersten Turms fährt.
Im Weiteren berichtet Adel Abidin, wie es zu seiner Souninstallation mit Leuchtkasten “I’m Sorry” kam. Auch Luc Tuymans Portrait einer verbissen dreinblickenden Condoleezza Rice (damals US-Außenministerin) springt einem hier sofort ins Auge. Ich fühle mich stark an den Western “Erbarmungslos” (1992) erinnert.
Auch Jonathan Horowitz, Agathe Snow, Paul Chan u. v. a. sind in Wort und Bild vertreten. Im darauf folgenden Gespräch mit Kurator Daniel Birnbaum geht Monopolder Frage nach, was die Kunst im Angesicht politischer Katastrophen überhaupt leisten kann. Auch mit Danh Vo, der die Statue of Liberty in China in Originalgröße nachbauen woll, folgt ein Gespräch. In einem Text zu Friedrich von Börries Roman “1WTC” lese ich Rudolph Giulianis Sätze “Show you’re not afraid. Go shopping.”

In der Rubrik Portfolio erreicht das Heft mit Alec Soths dokumentarischer Bildfolge amerikanischer Eremiten, genau die Menschen, die für ihre Mitbürgern ansonsten unsichtbar bleiben. Nachdem ich die elf Seiten durchgeblättert habe, schließe ich die Monopol voererst einmal. Durch meine Kopfhörer dringt völlig unpassender Weise der Song “Falling” von den Dänen White Pony. Weiße Sterne zieren den dichten, blauen Stoff, welcher das Gesicht verhüllt, dass mich noch immer vom Cover der Monopol anzustarren scheint. Ein Körper von Mitleid erregender Haltung und Vermummung. USA Today.










28.02.2012by Berlinale-Marathon für einen Tag | STYLE LEAGUE - BOYS DON'T CRY
[...] laut… springt durchweg zwischen der Zeit vor und nach Vater Thomas Schells Tod in den 9/11-Attentaten hin und her. Ein bildstarker Film, der unsere Gefühle getreu seinem Titel und mittels [...]